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Reifenwechsel zu Ostern: Die O-bis-O-Regel
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Reifenwechsel zu Ostern: Die O-bis-O-Regel

Wann sollte man auf Sommerreifen wechseln? Die Faustregel erklärt.

23. März 2026
5 Min. Lesezeit
Steven SchulzSteven Schulz

Reifenwechsel zu Ostern: Die O-bis-O-Regel

Jedes Frühjahr stellen sich Millionen Autofahrer die gleiche Frage: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um auf Sommerreifen zu wechseln? Die bekannte Faustregel "von O bis O" gibt eine einfache Orientierung. Wir erklären, was dahintersteckt, warum der Zeitpunkt so wichtig ist und worauf Sie beim Wechsel achten sollten.

Was bedeutet die O-bis-O-Regel?

Die O-bis-O-Regel besagt: Von Ostern bis Oktober fahren Sie mit Sommerreifen, den Rest des Jahres mit Winterreifen. Diese Eselsbrücke ist leicht zu merken und trifft in den meisten Jahren auch klimatisch zu.

Warum gerade Ostern?

Ostern fällt je nach Jahr auf Ende März bis Mitte April. Um diese Zeit sind die Temperaturen in Deutschland in der Regel dauerhaft über dem kritischen Wert von 7 Grad Celsius. Ab dieser Temperatur bieten Sommerreifen bessere Fahreigenschaften als Winterreifen.

Die Regel im Überblick

Zeitraum Reifentyp Grund
Oktober bis Ostern Winterreifen Kälte, Nässe, Schnee, Eis
Ostern bis Oktober Sommerreifen Wärme, trockene und nasse Straßen

Warum der richtige Zeitpunkt entscheidend ist

Zu früh auf Sommerreifen

Wechseln Sie zu früh, riskieren Sie bei plötzlichem Wintereinbruch gefährliche Situationen. Die Gummimischung von Sommerreifen verhärtet bei niedrigen Temperaturen und verliert Grip. Besonders in höheren Lagen oder in Norddeutschland kann es bis in den April hinein Frost geben.

Zu lange mit Winterreifen

Winterreifen im Sommer sind ebenfalls problematisch:

  • Längerer Bremsweg bei warmen Temperaturen
  • Höherer Verschleiß durch weichere Gummimischung
  • Mehr Kraftstoffverbrauch durch höheren Rollwiderstand
  • Schlechteres Handling bei schnellen Ausweichmanövern
  • Stärkere Abnutzung auf heißem Asphalt

Die richtige Entscheidung treffen

Verlassen Sie sich nicht blind auf das Datum, sondern beachten Sie die tatsächlichen Wetterbedingungen.

Checkliste vor dem Wechsel

  • Sind die Nachttemperaturen dauerhaft über 5 Grad?
  • Ist kein Frost mehr in der Wettervorhersage?
  • Sind die Straßen in Ihrer Region schnee- und eisfrei?
  • Planen Sie keine Fahrten in Bergregionen mit Restschnee?

Können Sie alle Fragen mit Ja beantworten, ist der Zeitpunkt für den Wechsel gekommen.

Regionale Unterschiede

Region Empfohlener Wechselzeitpunkt
Rheinland, Ruhrgebiet Mitte bis Ende März
Norddeutsche Tiefebene Anfang bis Mitte April
Süddeutschland (Flachland) Anfang April
Mittelgebirge Mitte bis Ende April
Alpenvorland Ende April bis Anfang Mai

Sommerreifen vor dem Aufziehen prüfen

Bevor Sie Ihre eingelagerten Sommerreifen montieren, sollten Sie diese gründlich kontrollieren.

Profiltiefe messen

  • Gesetzliches Minimum: 1,6 mm
  • Empfehlung: Mindestens 3 mm für ausreichend Sicherheit bei Nässe
  • 💡
    Tipp

    Eine 1-Euro-Münze hilft beim Messen. Verschwindet der goldene Rand in der Profilrille, sind mindestens 3 mm vorhanden.

Reifenalter bestimmen

Das Alter Ihres Reifens erkennen Sie an der DOT-Nummer auf der Seitenwand. Die letzten vier Ziffern geben Produktionswoche und -jahr an (z. B. 2223 = 22. Woche 2023).

  • Bis 6 Jahre: In der Regel unbedenklich
  • 6-8 Jahre: Genau auf Risse und Verhärtungen prüfen
  • Über 8 Jahre: Austausch dringend empfohlen, unabhängig vom Profil

Sichtprüfung

  • Risse oder Beulen an den Seitenwänden?
  • Ungleichmäßige Abnutzung des Profils?
  • Eingefahrene Fremdkörper (Nägel, Schrauben)?
  • Beschädigungen an der Felge?

Reifenwechsel: Selbst machen oder Werkstatt?

Selbst wechseln

Wenn Sie einen Wagenheber, Drehmomentschlüssel und etwas Erfahrung haben, können Sie den Reifenwechsel selbst durchführen.

Anleitung in Kurzform:

  1. Radmuttern im Stand leicht lösen
  2. Fahrzeug mit Wagenheber anheben
  3. Radmuttern komplett lösen und Rad abnehmen
  4. Neues Rad aufsetzen und Muttern handfest anziehen
  5. Fahrzeug ablassen
  6. Radmuttern über Kreuz mit Drehmomentschlüssel festziehen
  7. Nach 50 km Radmuttern nachziehen!

Werkstatt beauftragen

Leistung Übliche Kosten
4 Räder wechseln (komplett auf Felge) 20-40 EUR
4 Reifen umziehen (auf vorhandene Felge) 60-100 EUR
Auswuchten (4 Räder) 20-40 EUR
Reifeneinlagerung (pro Saison) 20-40 EUR

Winterreifen richtig einlagern

Damit Ihre Winterreifen im Herbst wieder einsatzbereit sind, lagern Sie sie korrekt ein.

Tipps zur Lagerung

  • Vor dem Einlagern: Reifen reinigen und auf Beschädigungen prüfen
  • Markieren: Laufrichtung und Position am Fahrzeug notieren (z. B. VL, VR, HL, HR)
  • Luftdruck: Um 0,5 bar gegenüber dem Normalwert erhöhen
  • Lagerort: Kühl, trocken und dunkel (kein direktes Sonnenlicht)
  • Kompletträder: Liegend stapeln oder an Felgenbaum aufhängen
  • Reifen ohne Felge: Stehend lagern und regelmäßig drehen

Gesetzliche Regelung in Deutschland

In Deutschland gibt es keine generelle Winterreifenpflicht zu einem festen Datum, sondern eine situative Winterreifenpflicht. Das bedeutet: Bei winterlichen Straßenverhältnissen (Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte) müssen Sie mit geeigneter Bereifung unterwegs sein.

Bußgelder bei Verstößen

Verstoß Bußgeld Punkte
Ohne Winterreifen bei winterlichen Verhältnissen 60 EUR 1
Mit Behinderung anderer 80 EUR 1
Mit Gefährdung 100 EUR 1
Mit Unfall 120 EUR 1

Fazit

Die O-bis-O-Regel ist eine bewährte Orientierungshilfe für den Reifenwechsel. Entscheidend ist jedoch nicht das Datum allein, sondern die tatsächliche Wetterlage in Ihrer Region. Prüfen Sie vor dem Aufziehen Profiltiefe, Alter und Zustand Ihrer Sommerreifen sorgfältig. Und vergessen Sie nicht: Nach dem Wechsel unbedingt nach 50 Kilometern die Radmuttern nachziehen.

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