Keyless-Go Diebstahl verhindern
Keyless-Go ist bequem - aber auch ein Sicherheitsrisiko. So schützen Sie Ihr Auto vor der sogenannten Relay-Attack.
Wie funktioniert der Diebstahl?
Relay-Attack erklärt
- Täter 1 steht mit Verstärker nahe am Schlüssel (z.B. vor der Haustür)
- Täter 2 steht mit Empfänger am Auto
- Das Funksignal wird über größere Distanz übertragen
- Auto denkt, der Schlüssel ist in der Nähe
- Auto lässt sich öffnen und starten
Zeitaufwand für Diebe
- Gesamtdauer: unter 1 Minute
- Keine Spuren
- Keine Beschädigung
Betroffene Fahrzeuge
Besonders gefährdet
- Premium-Marken (BMW, Mercedes, Audi)
- SUVs und hochpreisige Modelle
- Fahrzeuge mit älteren Keyless-Systemen
ADAC-Test
Viele Fahrzeuge im Test anfällig:
- Über 300 Modelle getestet
- Großteil ohne zusätzlichen Schutz unsicher
- Nur wenige mit UWB-Technologie sicher
Schutzmaßnahmen
1. Schlüssel-Schutzhülle
Faraday-Tasche:
- Blockiert Funksignale
- Kosten: 50 €
- Einfachste Lösung
Alu-Dose:
- Metallbox schirmt ab
- Kostenlos (alte Keksdose)
- Unpraktisch für unterwegs
2. Schlüssel-Position
Im Haus:
- Weit weg von Haustür/Fenster lagern
- Nicht im Flur ablegen
- Mindestens 5 Meter Abstand
Unterwegs:
- In Schutzhülle stecken
- Nicht in Außentasche
3. Keyless deaktivieren
Bei vielen Autos möglich:
- Im Fahrzeugmenü
- Beim Händler
- Per OBD-Codierung
Vorteil: Sicherste Lösung Nachteil: Komfortverlust
4. Zusätzliche Sicherung
Lenkradkralle:
- Sichtbare Abschreckung
- Kosten: 50 €
- Zeitaufwand für Diebe
GPS-Tracker:
- Auto orten bei Diebstahl
- Kosten: 50 € + Abo
- Erhöht Wiederbeschaffungschance
OBD-Schutz:
- Verhindert Motorstart-Manipulation
- Kosten: 50 €
Technische Lösungen
UWB-Technologie (Ultra-Wideband)
- Neuere Fahrzeuge
- Misst exakte Entfernung zum Schlüssel
- Relay-Attack nicht möglich
Fahrzeuge mit UWB:
- BMW ab 2022
- Audi ab 2021
- Einige VW-Modelle
Motion-Sensor im Schlüssel
- Schlüssel schaltet sich ab wenn nicht bewegt
- Bei Mercedes serienmäßig (ab 2019)
- Nachrüstbar bei einigen Modellen
Kosten für Schutzmaßnahmen
| Maßnahme | Kosten |
|---|---|
| Faraday-Tasche | 50 € |
| Lenkradkralle | 50 € |
| OBD-Schutz | 50 € |
| GPS-Tracker | 50 € + Abo |
| Keyless deaktivieren | 50 € |
Was tun bei Diebstahl?
Sofort handeln
- Polizei rufen (110)
- Versicherung informieren
- Fahrzeugbrief bereithalten
- Spare-Key sperren lassen
Für Versicherung
- Zeitpunkt des Diebstahls
- Ort (Adresse)
- Beide Schlüssel vorlegen
- Kaufvertrag/Rechnung
Versicherungsschutz
Teilkasko
- Deckt Diebstahl ab
- Auch bei Keyless-Diebstahl
- Keine Leistungskürzung (meist)
Selbstbeteiligung
- Je nach Vertrag: 50 €
- Prämienrückstufung bei Vollkasko
Checkliste Diebstahlschutz
Basis-Schutz
- ☐ Faraday-Hülle für Schlüssel
- ☐ Schlüssel nicht im Flur lagern
- ☐ Keyless-Deaktivierung prüfen
Erweiterter Schutz
- ☐ Lenkradkralle nutzen
- ☐ OBD-Schutz installieren
- ☐ GPS-Tracker einbauen
Prävention
- ☐ Auf verdächtige Personen achten
- ☐ Auto in Garage parken
- ☐ Beleuchtung am Parkplatz
Fazit
Keyless-Go Systeme sind komfortabel, aber auch ein Sicherheitsrisiko. Mit einfachen Mitteln wie einer Faraday-Tasche für unter 50 € können Sie das Risiko deutlich senken. Die sicherste Methode: Keyless komplett deaktivieren. Wer das nicht möchte, sollte den Schlüssel zumindest niemals in der Nähe der Haustür aufbewahren.
