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Fahrverbot: Wann es kommt und wie Sie damit umgehen
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Strafen

Fahrverbot: Wann es kommt und wie Sie damit umgehen

Fahrverbot wegen Geschwindigkeit, Alkohol oder Punkte - Dauer, Ablauf und was Sie wissen müssen.

23. Februar 2026
3 Min. Lesezeit
Steven SchulzSteven Schulz

Ein Fahrverbot ist nicht das Ende - aber eine ernste Angelegenheit. Was Sie über Gründe, Ablauf und Ihre Rechte wissen müssen.

Wann droht ein Fahrverbot?

Geschwindigkeitsüberschreitung

Innerorts:

Überschreitung Fahrverbot
31-40 km/h 1 Monat
41-50 km/h 1 Monat
51-60 km/h 2 Monate
61-70 km/h 3 Monate
über 70 km/h 3 Monate

Außerorts:

Überschreitung Fahrverbot
41-50 km/h 1 Monat
51-60 km/h 1 Monat
61-70 km/h 2 Monate
über 70 km/h 3 Monate

Alkohol und Drogen

Verstoß Fahrverbot
0,5-1,09 Promille 1 Monat (+ Bußgeld)
Wiederholung 3 Monate
Ab 1,1 Promille Führerscheinentzug!
Drogen am Steuer 1 Monat

Weitere Gründe

  • Rotlichtverstoß (>1 Sekunde rot)
  • Überholen im Überholverbot mit Gefährdung
  • Zu dichtes Auffahren
  • Wiederholungstäter (2x innerhalb 12 Monaten)

Unterschied: Fahrverbot vs. Führerscheinentzug

Merkmal Fahrverbot Führerscheinentzug
Dauer 1-3 Monate Mindestens 6 Monate
Führerschein Wird verwahrt Wird eingezogen
Wiedererteilung Automatisch Muss beantragt werden
MPU Nein Oft erforderlich

Ablauf des Fahrverbots

Nach dem Bescheid

  1. Bußgeldbescheid kommt per Post
  2. 2 Wochen Einspruchsfrist
  3. Bei Rechtskraft: 4-Monats-Frist beginnt

Die 4-Monats-Frist

  • Sie haben 4 Monate Zeit, Fahrverbot anzutreten
  • Können Zeitpunkt selbst wählen
  • Innerhalb dieser Frist flexibel

Führerschein abgeben

  • Bei Behörde oder Polizei
  • Am ersten Tag des Fahrverbots
  • Fahrverbot beginnt mit Abgabe

Nach Ablauf

  • Führerschein abholen
  • Automatisch wieder gültig
  • Keine Neuerteilung nötig

Einspruch einlegen?

Wann sinnvoll?

  • Messfehler vermutet
  • Falsche Person geblitzt
  • Formfehler im Bescheid
  • Härtegründe vorhanden

Erfolgschancen

  • Messgerätefehler selten
  • Formfehler möglich
  • Anwalt empfohlen
  • Kosten-Risiko bedenken

Kosten bei Einspruch

  • Anwaltskosten: ab 300 €
  • Gerichtskosten bei Niederlage
  • Kann teurer werden als Akzeptieren

Aufschieben des Fahrverbots

Für Ersttäter

  • Innerhalb von 4 Monaten antreten
  • Urlaubszeit nutzen
  • Berufliche Situation berücksichtigen

Beispiel Planung

  • Bescheid im März rechtskräftig
  • Fahrverbot kann bis Juli angetreten werden
  • Sommerurlaub = idealer Zeitpunkt

Härtefallregelung

Wann möglich?

  • Berufliche Existenz bedroht
  • Kein alternatives Verkehrsmittel
  • Schwerwiegende persönliche Gründe

Mögliche Ergebnisse

  • Geldbuße statt Fahrverbot (selten)
  • Aufschiebung
  • Teilung des Fahrverbots (sehr selten)

Antrag stellen

  • Bei der Bußgeldstelle
  • Vor Rechtskraft
  • Nachweise beifügen

Was ist während des Fahrverbots verboten?

Komplett verboten

  • Fahren jeglicher Kraftfahrzeuge
  • PKW, Motorrad, Roller
  • Auch Dienstfahrzeuge
  • Auch im Ausland (für Deutsche)

Noch erlaubt

  • Fahrrad (ohne Motor)
  • E-Scooter (nur wenn keine Fahrerlaubnis nötig)
  • ÖPNV, Taxi
  • Als Beifahrer

Fahren trotz Fahrverbot?

Strafen

Vergehen Strafe
Fahren trotz Fahrverbot Geldstrafe oder Freiheitsstrafe
Führerscheinentzug
Verlängerung Sperrfrist
Vorstrafe

Es lohnt sich nicht!

  • Polizei kann Führerscheindaten abrufen
  • Versicherung zahlt nicht bei Unfall
  • Strafrechtliche Konsequenzen

Punkte und Fahrverbot

8 Punkte = Führerscheinentzug

  • Kein Fahrverbot, sondern Entzug
  • Mindestens 6 Monate Sperrfrist
  • Neuerteilung + ggf. MPU

Punkte bei Fahrverbot

  • Verstöße mit Fahrverbot bringen auch Punkte
  • 2 Punkte bei den meisten Fahrverbot-Verstößen
  • Punkte bleiben auch nach Fahrverbot

Tipps für die Fahrverbotszeit

Vorbereitung

  • Wichtige Termine planen
  • Alternative Verkehrsmittel organisieren
  • Arbeitgeber informieren (wenn nötig)

Alternativen zum Auto

  • ÖPNV-Tickets kaufen
  • Fahrrad nutzen
  • Fahrgemeinschaften organisieren
  • Home-Office vereinbaren

Führerschein rechtzeitig abgeben

  • Nicht vergessen!
  • Sonst beginnt Fahrverbot nicht
  • Kann sich verlängern

Besondere Situationen

Berufskraftfahrer

  • Besonders hart betroffen
  • Arbeitgeber muss informiert werden
  • Evtl. Kündigung möglich
  • Härtefallantrag besonders wichtig

Probezeit

  • Fahrverbot + Aufbauseminar
  • Probezeitverlängerung
  • Strenger als bei "normalen" Fahrern

Fazit

Ein Fahrverbot ist unangenehm, aber zu bewältigen. Nutzen Sie die 4-Monats-Frist, um den besten Zeitpunkt zu wählen. Fahren trotz Fahrverbot ist keine Option - die Konsequenzen sind weitaus schlimmer als die ursprüngliche Strafe.

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